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TRUDE MARLEN – „FRAU ALBACH-RETTY“

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Heute erinnern sich nur noch wenige Menschen außerhalb Österreichs an Trude Marlen, außer als zweite Ehefrau des Schauspielers Wolf Albach-Retty, Vater von Romy Schneider. Doch dank ihrer Vielseitigkeit und ihrer Fähigkeit, alle möglichen Rollen zu übernehmen, galt die Schauspielerin lange Zeit als eine der wichtigsten Darstellerinnen der 1930er und 1940er Jahre.

Theater und Film

Sie wurde oft erwähnt, insbesondere als zweite Ehefrau des berühmten Schauspielers Wolf Albach-Retty (Vater der viel bekannteren Romy Schneider). Doch nur wenige Menschen erinnern sich an die Schauspielerin Trude Marlen, vor allem im Ausland. Zu ihrer Zeit wurde die Darstellerin jedoch von Publikum und Kritikern gleichermaßen geschätzt. Bereits in den frühen 1930er Jahren machte sie sich sowohl im Theater als auch auf der Leinwand einen Namen und arbeitete hauptsächlich zwischen Österreich und Deutschland (wo sie oft als „die deutsche Antwort auf Jean Harlow“ bezeichnet wurde). Aber wer war Trude Marlen eigentlich?

Gertrude Marlen Posch wurde am 7. November 1912 in Graz geboren. Ihr Vater war ein wohlhabender österreichischer Gutsbesitzer und ihre Zwillingsschwester war die Schauspielerin Cecilia Brantley. Trude interessierte sich schon in jungen Jahren für die Kunstwelt und begann, ebenfalls in Graz, Schauspiel zu studieren und nahm Privatunterricht bei Lori Weiser. Bald wurde die Theaterwelt auf sie aufmerksam und es begann eine glänzende Karriere, die sie auf die wichtigsten Bühnen in Wien, Brünn und Berlin führte.

Und in Berlin, bei der bekannten Produktionsfirma UFA, gab sie 1933 ihr Filmdebüt. Es handelt sich um den Spielfilm Des jungen Dessauers große Liebe unter der Regie von Arthur Robison, der die Liebesgeschichte zwischen Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau und seiner bürgerlichen Frau Anna Luisa Föhse, der Tochter des Dessauer Apothekers, zum Thema hat. Obwohl Trude Marlen im Film noch fast unbekannt war, spielte sie von Anfang an oft die Hauptrolle.

Von da an wirkte sie in zahlreichen Spielfilmen in Deutschland mit: Von Georg Zochs Die Liebe siegt (1934) über Jacques Feyders Die klugen Frauen (1936) bis hin zu Filmen wie Werner Hochbaums Der Favorit der Kaiserin (1936, mit Olga Tschechowa als Zarin Elisabeth von Russland), Ich bin Sebastian Ott (1939) oder Operette (1940, Regie: Willi Forst). Und es war Forst selbst, der, noch bevor er sich als Regisseur etablierte, in den 1930er Jahren als ihr Partner in zahlreichen Spielfilmen mitwirkte.

Das Jahr 1943 war ein Wendepunkt für Trude Marlen. In diesem Jahr lernte die Schauspielerin Wolf Albach-Retty kennen und verliebte sich in ihn. Sie heiratete ihn vier Jahre später, 1947 (als sich der Schauspieler von Magda Schneider scheiden ließ), und bekam von ihm eine Tochter, die Schauspielerin Sacha Darwin. Die 1940er Jahre waren trotz des Krieges eine besonders produktive Zeit für die beiden SchauspielerInnen. Wie Albach-Retty war auch Trude Marlen Anhängerin der Nationalsozialistischen Partei, was es ihnen ermöglichte, von Adolf Hitler geschützt zu werden. Marlen war sogar eine der wenigen Schauspielerinnen, die sich direkt an den Führer wenden durften, wenn sie keine Rolle bekam. In dieser Zeit gehörte Trude Marlen auch zum Ensemble des Wiener Burgtheaters.

Trude blieb mit Albach-Retty bis 1967, dem Jahr seines Todes, zusammen, aber unmittelbar nach dem Krieg und während der 1950er und 1960er Jahre arbeiteten die beiden aufgrund ihrer früheren politischen Entscheidungen nicht viel. In dieser Zeit spielte sie in Filmen wie Abenteuer in Wien (Emile Edwin Reinert, 1952), Ein tolles Hotel (Hans Wolff, 1956) und Heubodengeflüster (Rolf Olsen, 1967) mit.

In den 1970er Jahren nahm die Karriere der Schauspielerin jedoch eine andere Wendung. Zusammen mit anderen Kollegen gründete Marlen die Kleine Komödie in Wien, mit der sie an zahlreichen nationalen und internationalen Tourneen teilnahm. Sie zog sich jedoch für lange Zeit aus der Filmwelt zurück. Erst 2001, im Alter von 89 Jahren, spielte die Schauspielerin in Houchang Allahyaris schwarzer Komödie Ene mene muh – und tot bist du mit. Dies war ihr letzter Filmauftritt.

Die Schauspielerin starb am 9. Juni 2005 im Alter von zweiundneunzig Jahren und ist gemeinsam mit ihrem Ehemann, ihrer Schwester Cecilia und ihrer Schwiegermutter, der Schauspielerin Rosa Albach-Retty, auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben. Heute erinnern sich außerhalb Österreichs nur noch wenige Menschen an Trude Marlen. Doch dank ihrer Vielseitigkeit und ihrer Fähigkeit, alle möglichen Rollen zu übernehmen, gilt die Schauspielerin längst als eine der bedeutendsten Künstlerinnen Österreichs. Ihre zahlreichen Liebesfilme und Komödien sprechen noch immer für sich selbst.

Info: Die Seite von Trude Marlen auf iMDb