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MADISON

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von Kim Strobl

Note: 5.5

In Madison sind die Tiroler Berge die perfekte Kulisse für wilde Radtouren, verwinkelte Kurven und steile Abfahrten. Und die Kamera der Regisseurin weiß die Räume perfekt zu managen, bewegt sich flink über die Rennstrecken und Wege und beschert uns angenehme Momente voller Adrenalin. Bei der Diagonale 2021.

Auf zwei Rädern

Eine hervorragende Radfahrerin werden. Die beste von allen. Genau wie ihr Vater. Das war schon immer der Traum der dreizehnjährigen Madison (gespielt von Felice Ahrens), die das Radfahren über alles liebt und seit Jahren über ihre Verhältnisse trainiert. Sie ist daher die Protagonistin des Spielfilms Madison, der unter der Regie von Kim Strobl entstand und bei der Diagonale 2021 uraufgeführt wurde.

Nach einem unglücklichen Unfall wird die junge Madison von einer Trainingsschule weggeschickt und landet mit ihrer Mutter zu einem langen Urlaub in den Bergen Tirols. Hier lernt sie neue Freunde kennen, tauscht ihr Rennrad gegen ein Mountainbike und erlebt neue Realitäten.

Freundschaft, Liebe zum Sport und zur Familie, aber auch die Wichtigkeit, bestimmte Entscheidungen zu treffen und zu verstehen, was man wirklich vom Leben will, sind die zentralen Themen von Madison. Und so wird die junge Protagonistin, nach einer Reihe von Abenteuern und unerwarteten Ereignissen lernen, erwachsen zu werden. Die Tiroler Berge sind die perfekte Kulisse für wilde Radtouren, verwinkelte Kurven und steile Abfahrten. Und die Kamera der Regisseurin weiß die Räume perfekt zu managen, bewegt sich flink über die Rennstrecken und Wege und beschert uns angenehme Momente voller Adrenalin. Und das sind wahrscheinlich die größten Besonderheiten von Madison: Ein Regieansatz, der, obwohl er manchmal an einen Fernsehfilm erinnert, den Leistungen der Protagonistin und ihrer Freunde den richtigen Stellenwert einräumt, die Landschaften, die als echte Protagonisten behandelt werden und die Berge, die, wichtig und imposant, uns faszinieren und gleichzeitig erschrecken.

Madison ist ein sehr ehrgeiziges Mädchen, das oft, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen, Gefahr läuft, das Wichtigste aus den Augen zu verlieren. Ihr Weg ist jedoch ein Weg des Wachstums, der manchmal schwierig, oft schmerzhaft, aber auch ziemlich klassisch ist, wenn man an die vielen Coming-of-Age-Filme denkt, die jedes Jahr gemacht werden. Und was in diesem Spielfilm von Kim Strobl weniger überzeugend ist, ist eine introspektive Untersuchung, die einer weiteren Vertiefung bedurft hätte. Das Gleiche gilt für die Freundschaft, die das Mädchen mit ihrer neuen Freundin Vicky (Emilia Warenski) verbindet: Die Beziehung zwischen den beiden ist aufrichtig und authentisch, doch gegen Ende wird ihr Konflikt überhastet aufgelöst, so dass alles an Glaubwürdigkeit verliert.

Und das ist wohl das größte Problem von Madison: Ein Drehbuch, das manchmal etwas naiv ist, das viele Situationen unaufgelöst lässt (es gibt zum Beispiel keine Konfrontation zwischen der Protagonistin und dem Jungen, in den sie verliebt war), das zwangsläufig vorhersehbar ist und das unterm Strich nichts besonders Neues in der nationalen und internationalen Filmszene darstellt. Schade. Denn in der Tat hätte eine solche Geschichte eine Menge Potenzial.

Titel: Madison
Regie: Kim Strobl
Land/Jahr: Österreich, Deutschland / 2020
Laufzeit: 88’
Genre: Coming-of-age, Sportfilm
Cast: Felice Ahrens, Florian Lukas, Maxi Warwel, Emilia Warenski, Samuel Girardi, Valentin Schreyer, Yanis Scheurer, Leevi Schlemmer
Buch: Kim Strobl, Milan Dor
Kamera: Stefan Biebl
Produktion: Dor Film

Info: Die Seite von Madison aufder Webseite der Diagonale; Die Seite von Madison auf der Webseite von Kim Strobl; Die Seite von Madison auf iMDb