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DIAGONALE’21 – FILMPREISE

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Gestern, am Sonntag, den 13. Juni, wurden die Gewinner der Diagonale’21 bekannt gegeben. Die Preisverleihung, die Große Diagonale-Preisrevue, wurde online auf der Website von FM4 und auf ORF III übertragen. Nachfolgend: Die Nachrichten laut Pressemitteilung.

Das Beste der Diagonale

Die Diagonale freut sich, auch 2021 Österreichs höchstdotierte Filmpreise – allen voran die mit je € 19.000 dotierten Großen Diagonale-Preise des Landes Steiermark für den besten Kinospielfilm und den besten Kinodokumentarfilm des Festivals sowie den Diagonale-Preis Innovatives Kino der Stadt Graz – zu vergeben.

Neben den Hauptpreisen vergeben hochkarätig besetzte internationale Jurys zudem die von der VdFS – Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden gestifteten Auszeichnungen für herausragende Leistungen in den Bereichen Schauspiel, Bildgestaltung, Schnitt, Szenen- und Kostümbild sowie Sounddesign. Zum zweiten Mal wurde gestern Abend zudem der Kodak Analog-Filmpreis vergeben. Der Publikumspreis der Kleinen Zeitung wird heute um 18.30 Uhr im Annenhof Kino verliehen.

Erstmals werden die Preisträger*innen in diesem Jahr im Rahmen einer vor Ort aufgezeichneten Revue bekanntgemacht: Die Große Diagonale-Preisrevue ist um 20.15 Uhr auf der Website von FM4 sowie um 00.10 Uhr auf ORF III auf Sendung zu sehen.

Ausgezeichnet als bester österreichischer Spielfilm der Diagonale’21 wird Hochwald von Evi Romen. Das Spielfilmdebüt der Editorin und Drehbuchautorin beschreibt die schmerzhaften Berg- und Talfahrten eines jungen Mannes auf Sinnsuche: „Der weite Kosmos einer engen Dorfgemeinschaft verschmilzt im Zusammenspiel mit großen Bildern, herausragendem Schauspiel und feiner Beobachtungsgabe zu einem vielschichtigen Gesellschaftsporträt“, bemerkte die aus Thorsten Schaumann (Künstlerischer Leiter Internationale Hofer Filmtage, DE), Alexandra Seibel (Filmkritikerin Kurier, Autorin, AT) und Sandra Wollner (Filmemacherin, AT) bestehende Spielfilmjury der Diagonale’21, die das „sorgfältig komponierte Stück Antiheimatfilm“ außerdem auch mit dem Preis für das beste Kostümbild (Cinzia Cioffi) bedachte. Für die 1967 geborene Evi Romen ist es nach dem Diagonale-Preis für die beste künstlerische Montage 2011 für Mein bester Feind (R: Wolfgang Murnberger, AT/LU 2010) bereits die zweite Auszeichnung beim Festival des österreichischen Films – die erste als Regisseurin. Hochwald wurde beim Zurich Film Festival uraufgeführt und gewann dort das Goldene Auge.

Der Große Diagonale-Preis Dokumentarfilm geht an Tizza Covis und Rainer Frimmels Aufzeichnungen aus der Unterwelt: „Ein Film, der Leben erfahrbar macht, die so vielleicht gar nicht stattgefunden haben. Eine Zeitreise in eine Welt, die es angeblich nie gab. Leute, die erzählen, was sie vergessen haben, während die Hand im Aschenbecher den Rest ergänzt. Zuhören dürfen und Nähe spüren. Auf Wienerisch funktioniert Nostalgie ohne Romantik.“ Mit diesen Worten begründete die Dokumentarfilmjury mit Rebecca De Pas (Film Programmer Visions du Réel, CH/IT), Ansgar Frerich (Mischtonmeister, Produzent Basis Berlin, DE) und Lisa Weber (Filmemacherin, AT) ihre Entscheidung. Nach 2006 (Babooska, AT/IT 2005, Großer Diagonale-Preis Dokumentarfilm ex aequo mit Arash T. Riahis Exile Family Movie), 2010 (La Pivellina, AT/IT 2009, Großer Diagonale-Preis Spielfilm) und 2013 (Der Glanz des Tages, AT 2012, Großer Diagonale-Preis Spielfilm) ist es bereits die vierte Auszeichnung für Tizza Covi und Rainer Frimmel in einer Hauptkategorie der Diagonale. Aufzeichnungen aus der Unterwelt wurde bei der Berlinale 2020 uraufgeführt und dort mit einer lobenden Erwähnung bedacht.

Tizza Covis und Rainer Frimmels Aufzeichnungen aus der Unterwelt, bei der Diagonale außerdem mit dem Kodak Analog-Filmpreis prämiert, kreist um zwei alte Freunde aus dem kriminellen Wiener Milieu der 1960er-Jahre. Lange Wirtshausgespräche mit Alois Schmutzer, dem „König der Unterwelt“, und der Wienerliedlegende Kurt Girk befördern Erinnerungen an vergangene Zeiten zutage, an Glücksspiel, Bandenrivalitäten, Staatsgewalt und Justizskandale, die sich zum Sittenbild österreichischer Nachkriegsgeschichte(n) verdichten. Dazwischen die Kamera und etliche Rollen Super16-Film, auf denen in statischen, perfekt kadrierten Einstellungen die subjektiven Erinnerungen der charismatischen Herren in kontrastreichem Schwarz-Weiß festgehalten werden. Persönliche Geschichten, denen durch Archivmaterialien und Schilderungen von liebsamen wie unliebsamen Wegbegleiter*innen heterogene Narrative an die Seite gestellt werden.

Mit The Golden Pixel Cooperative (für Half of the Sky) wird der Diagonale-Preis Innovatives Kino der Stadt Graz in diesem Jahr an ein Kollektiv vergeben. Die Jury würdigt damit „gleichzeitig die Tatsache, dass Mitglieder dieses Zusammenschlusses von Künstlerinnen und Aktivistinnen auf diesem Festival auch als einzelne Regisseurinnen mit starken Arbeiten in Erscheinung getreten sind.“ Christoph Gurk (Kurator, Dramaturg, Autor, AT/DE), Séamus Kealy (Direktor Salzburger Kunstverein, AT/IE) und Constanze Ruhm (Künstlerin, Filmemacherin, Autorin, AT) verstehen Half of the Sky in diesem Sinne „als Blueprint, als programmatischen Bauplan, als Manifest einer queerfeministischen Gruppe“, in dem die Mitglieder den „gemeinsamen Auftritt komplex und vielschichtig, prägnant und einleuchtend darlegen.“

Die Diagonale-Schauspielpreise für einen bemerkenswerten Auftritt in einem Wettbewerbsfilm der Diagonale’21 in Kooperation mit der VdFS gehen an Hilde Dalik in Sargnagel sowie an Lukas Miko in Me, We. „Eine Glanzleistung, nein: gleich zwei in einem Film“, befand die Schauspieljury über Daliks Darstellung, die zudem zeige, „wie nuanciert Satire sein muss“. „Mit zurückgenommenem Spiel und profunder Charakterzeichnung“ verleiht Lukas Miko der Figur eines Asylheimleiters in Me, We wiederum „anrührende Menschlichkeit“.

Den Preis für den besten Kurzspielfilm des Festivals erhält Maximilian Conway für Liebe, Pflicht & Hoffnung. Als bester Nachwuchsfilm, vergeben von der Jugendjury des Landes Steiermark, wird Eva-Maria von Lukas Ladner ausgezeichnet. Der Diagonale-Preis Kurzdokumentarfilm des KULTUM geht an Sophie Gmeiner für Frauenfragmente: Gini und Resi.

Der beste Kurzspielfilm wurde von Peter Fässlacher (Sendungsverantwortlicher und Moderator KulturHeute, ORF III, AT), Katharina Riedler (Kuratorin Crossing Europe und Festival Der neue Heimatfilm, AT), Raphaela Schmid (Filmemacherin, AT) und Patrick Zwerger (Redakteur und Moderator KulturHeute, ORF III, AT) ausgewählt. In der Sektion Kurzdokumentarfilm jurierten Teresa Guggenberger (Filmemacherin und Redakteurin Kleine Zeitung, AT), Robin Klengel (Filmemacher, Kulturanthropologe, Leitungskollektiv Forum Stadtpark, AT) und Markus Leniger (Historiker, Vorsitzender der Katholischen Filmkommission für Deutschland, DE).

Insgesamt werden im Rahmen der Diagonale Preise im Wert von mehr als € 180.000 an Filmschaffende vergeben. Alle Preisträger*innen erhalten außerdem ein Kunstwerk, entworfen und umgesetzt von der Künstlerin Anna Paul.

Großer Diagonale-Preis des Landes Steiermark (€ 19.000)

Bester Spielfilm

– Evi Romen für Hochwald

Großer Diagonale-Preis des Landes Steiermark (€ 19.000)

Bester Dokumentarfilm

– Tizza Covi und Rainer Frimmel für Aufzeichnungen aus der Unerwelt

Diagonale-Preis Innovatives Kino der Stadt Graz (€ 8.500)

Bester innovativer Film, Experimental- oder Animationsfilm

– The Golden Pixel Cooperative für Half of the Sky

Diagonale-Preis Kurzspielfilm (€ 5.500)

Bester Kurzspielfilm

– Maximilian Conway für Liebe, Pflicht & Hoffnung

Diagonale-Preis Kurzdokumentarfilm des KULTUM (€ 4.000)

Bester Kurzdokumentarfilm

– Sophie Gmeiner für Frauenfragmente: Gini und Resi

Diagonale-Preis der Jugendjury des Landes Steiermark (€ 5.500)

Bester Nachwuchsfilm

– Lukas Ladner für Eva-Maria

Diagonale-Preis Schnitt des Verbandes Filmschnitt aea

(je € 3.000, gestiftet von der VdFS – Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden)

Beste künstlerische Montage Spielfilm

– Karina Ressler und Joana Scrinzi für Fuchs im Bau

Beste künstlerische Montage Dokumentarfilm

– Yves Deschamps und Hubert Sauper für Epicentro

Diagonale-Preis Bildgestaltung des Verbandes Österreichischer Kameraleute aac

(je € 3.000, gestiftet von der VdFS – Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden)

Beste künstlerische Bildgestaltung Spielfilm

– Ludwig Wüst für 3.30PM

Beste künstlerische Bildgestaltung Dokumentarfilm

– Jordane Chouzenoux für Wenn es Liebe wäre

Diagonale-Preis Sounddesign der Berufsvereinigung der Filmtonschaffenden Österreichs – Filmton Austria

(je € 3.000, gestiftet von der VdFS – Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden)

Bestes Sounddesign Spielfilm

– Vinzenz Schwab für Another Coin for the Merry-Go-Round

Bestes Sounddesign Dokumentarfilm

– Benedikt Palier für Soldat Ahmet

Diagonale-Preis Szenenbild und Kostümbild des Verbandes Österreichischer Filmausstatter*innen VÖF

(je € 3.000, gestiftet von der VdFS – Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden)

Bestes Szenenbild

– Renate Martin und Andreas Donhauser für Sargnagel

Bestes Kostümbild

– Cinzia Cioffi für Hochwald

Diagonale-Schauspielpreise in Kooperation mit der VdFS – Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden

(je € 3.000, gestiftet von der VdFS – Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden)

für einen bemerkenswerten Auftritt einer österreichischen Schauspielerin sowie eines österreichischen Schauspielers in einem Wettbewerbsfilm der Diagonale’21

– Hilde Dalik für Sargnagel

– Lukas Miko für Me, We

Preis „Innovative Produktionsleistung“ der VAM – Verwertungsgesellschaft für audiovisuelle Medien (€ 20.000)

für außergewöhnliche Produktionsleistung im Bereich Film

Der Preis wird geteilt und geht ex aequo an:

– Film AG für Was wir wollten

– PANAMA Film für The Trouble With Being Born

Kodak Analog-Filmpreis (€ 1.500)

vergeben im Rahmen der Diagonale’21

– Tizza Covi und Rainer Frimmel für Aufzeichnungen aus der Unerwelt

Diagonale-Publikumspreis der Kleinen Zeitung (€ 3.000)

Beliebtester Film der Diagonale’21

– Fabian Eder für Der schönste Tag

Cinema Austriaco gratuliert allen Gewinnern ganz herzlich!

Info: Die Webseite der Diagonale