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WEIYENA – EIN HEIMATFILM

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von Weina Zhao und Judith Benedikt

Note: 7

Hände, die Nockerln kneten, eine ganze Familie, die sich um den Tisch versammelt, um zu kochen, Essen, das mit Liebe zubereitet wird und das alle vereint. So wie es uns das orientalische Kino schon immer gezeigt hat. Und wieder Blicke von oben auf Shanghai und Peking – Städte, die in den letzten Jahren viel gelitten haben und in denen die Folgen des Krieges noch immer deutlich zu sehen sind – aber auch die breiten Straßen und Parks der österreichischen Hauptstadt. Das alles ist Weiyena – Ein Heimatfilm. Bei der Diagonale 2021.

Die beiden Heimatländer von Weina

Die junge Filmemacherin Weina Zhao wurde von ihren Eltern nach der Stadt Wien benannt. Ihre Familie zog hierher, um ihr eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Die Regisseurin hat zwar chinesische Wurzeln, weiß aber nur sehr wenig über ihr Heimatland und nur aus der Sicht einer „Touristin“, die gelegentlich ihre Großeltern besucht. Warum also nicht versuchen, ihr Wissen über ihr Herkunftsland durch eine Reihe von Geschichten, Untersuchungen und alten Fotos zu vertiefen? So entstand der Dokumentarfilm Weiyena – Ein Heimatfilm, den Weina Zhao zusammen mit Judith Benedikt selbst gedreht hat und der bei der Diagonale 2021 uraufgeführt wurde.

Weiyena – Ein Heimatfilm ist eine äußerst intime und persönliche Dokumentation. Es handelt sich um eine Reise in die eigene Vergangenheit und die Geschichte der eigenen Familie, die Hand in Hand mit der Geschichte Chinas selbst und den Kriegen des letzten Jahrhunderts geht. Weina sitzt an einem Tisch mit ihrem Großvater, der eine Zigarette nach der anderen raucht. Zunächst sind sich die beiden praktisch fremd. Das Mädchen weiß nicht, was sie ihn fragen soll und worüber zu reden. Dann, langsam, ändert sich alles. Sowohl der Großvater mütterlicherseits als auch die Großeltern väterlicherseits werden zunehmend zu vertrauten Figuren und durch ihre Geschichten entdeckt die Regisseurin auch ihre persönliche Geschichte, ihre Herkunft, ihre Identität.

Neben Weina Zhao: Regisseurin Judith Benedikt, die schon immer ein besonderes Interesse am Osten (und speziell an China) hatte (man denke nur an ihren Dokumentarfilm China reverse aus dem Jahr 2014).

Und so beginnt eine lange Reise von einer Seite der Erde zur anderen. Eine zärtliche und intime, aber oft auch eine schmerzhafte Reise. Eine Reise, auf der man über Krieg, Leid, Ehen, die Situation der Frauen spricht, aber auch zärtliche Momente teilt, in denen man gemeinsam kocht oder einfach die Pflanzen gießt. Die beiden Regisseurinnen haben sich ihrerseits für einen möglichst einfachen und wesentlichen Ansatz entschieden: Weina Zhaos Stimme begleitet uns durch den größten Teil des Films. Die Magie des Kinos offenbart sich vor unseren Augen, wenn wir sehen, wie die Regisseurin ihrer Großmutter Anweisungen gibt, wann sie das Haus betreten und was sie sagen soll. Hände, die Nockerln kneten, eine ganze Familie, die sich zum Kochen um den Tisch versammelt, Essen, das mit Liebe zubereitet wird und alle vereint. So wie es uns das orientalische Kino schon immer gezeigt hat. Und wieder Blicke von oben auf Shanghai und Peking – Städte, die in den letzten Jahren viel gelitten haben und in denen die Folgen des Krieges noch immer deutlich zu sehen sind – aber auch die breiten Straßen und Parks der österreichischen Hauptstadt. Das alles ist Weiyena – Ein Heimatfilm. Ein reiner, einfacher und aufrichtiger Dokumentarfilm, der sich als eine Reise zwischen zwei Welten und zwei Kulturen präsentiert. Eine Reise, nach der die Protagonistin sofort reifer und selbstbewusster wird.

Titel: Weiyena – Ein Heimatfilm
Regie: Weina Zhao, Judith Benedikt
Land/Jahr: Österreich / 2020
Laufzeit: 96’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Weina Zhao
Kamera: Judith Benedikt
Produktion: Langbein & Partner

Info: Die Seite von Weiyena – Ein Heimatfilm auf der Webseite der Diagonale; Die Seite von Weiyena – Ein Heimatfilm auf der Webseite der Austrian Film Commission