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DIAGONALE’21 – PREMIERENTOUR: ULRIKE OTTINGER

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Im Rahmen einer gemeinsamen Tour mit dem Österreichischen Filmmuseum und Crossing Europe Filmfestival Linz präsentiert die Diagonale’21 Ulrike Ottingers Paris Calligrammes als Premiere in Graz. Aufgrund ihrer zeitlichen Nähe und als Zeichen der gegenseitigen Solidarität präsentieren Diagonale und Crossing Europe Filmfestival Linz außerdem zehn heimische Arbeiten als gemeinsame Premieren, darunter Arthur Summereders erstem abendfüllendem Dokumentarfilm Motorcity und Norbert Pfaffenbichlers 2551.01.

Gemeinsam neu anfangen

Im Rahmen einer gemeinsamen Tour mit dem Österreichischen Filmmuseum und Crossing Europe Filmfestival Linz präsentiert die Diagonale’21 Ulrike Ottingers Paris Calligrammes (DE/FR 2019) als Premiere in Graz. Ottinger, die bei der Berlinale 2020 für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde, wird bei den Screenings in Linz, Wien und Graz persönlich anwesend sein.

Die Diagonale, das Festival des österreichischen Films, zeigt das im Vorjahr in Berlin uraufgeführte filmische „Figurengedicht“ (Kalligramm) als Weiterführung ihres historischen Specials Sehnsucht 20/21 – Eine kleine Stadterzählung in der Festivalreihe In Referenz. Im Anschluss an die Kinovorstellung in Graz findet ein ausgedehntes Gespräch mit Ulrike Ottinger statt (Diagonale im Dialog).

Aufgrund ihrer zeitlichen Nähe und als Zeichen der gegenseitigen Solidarität präsentieren Diagonale und Crossing Europe Filmfestival Linz (1. bis 6. Juni) außerdem zehn heimische Arbeiten als gemeinsame Premieren, darunter die Uraufführungen von Arthur Summereders erstem abendfüllendem Dokumentarfilm Motorcity (AT 2021) und Norbert Pfaffenbichlers 2551.01 (AT 2020), einer freien Adaption des Slapstick-Sozialdramas The Kid von Charlie Chaplin. Mehr zu den beiden Filmen unterhalb.

Termine Premierentour Paris Calligrammes

Crossing Europe Filmfestival Linz

— Freitag, 4. Juni 2021

Österreichisches Filmmuseum, Wien

— Sonntag, 6. Juni 2021

Diagonale – Festival des österreichischen Films, Graz

— Mittwoch, 9. Juni 2021

Ulrike Ottinger, die in den 1960er-Jahren als junge Malerin in Paris gelebt hat, verwebt ihre persönlichen Erinnerungen an die Pariser Boheme und die gravierenden sozialen, politischen und kulturellen Umbrüche der Zeit „zu einem flirrenden Selbstporträt“ (Süddeutsche Zeitung). Wie schon in Prater (Diagonale’08), in dem sie der Faszination und der Kulturgeschichte des Wiener Vergnügungsparks nachgeht, erstellt die Filmemacherin auch in Paris Calligrammes eine „Topographie der Gedanken“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und erzählt von einem versunkenen Paris, aus dem die Lebensfülle und die Brüchigkeit aller kulturellen und politischen Errungenschaften sprechen.

Beim Festival des österreichischen Films wird Paris Calligrammes in Referenz zu einem gemeinsamen Programm von Diagonale, Filmarchiv Austria, Österreichischem Filmmuseum und ORF-Archiv gezeigt: Das bereits für die Diagonale’20 vorgesehene historische Special Sehnsucht 20/21 – Eine kleine Stadterzählung umkreist die Begriffe Stadt und Sehnsucht.

Gemeinsame Uraufführung von Motorcity und 2551.01

Als Folge der Pandemie mussten die Diagonale und Crossing Europe Filmfestival Linz 2021 verschoben werden. Aufgrund des anhaltenden Ausnahmezustands arbeiten die beiden Festivals und das Wiener Kurzfilmfestival Vienna Shorts (27. Mai bis 1. Juni) heuer intensiver zusammen. Alle drei Festivals finden 2021 unmittelbar hintereinander statt, weshalb der Premierenstatus bei sich überschneidender Programmauswahl parallel geführt wird. Insgesamt zehn heimische Arbeiten feiern so ihre geteilte Premiere im Wettbewerb der Diagonale und des Crossing Europe Filmfestival Linz, darunter die Uraufführung der Langfilme Motorcity und 2551.01. Jeweils acht Kurzfilme werden in Graz und Linz (Crossing Europe Filmfestival) beziehungsweise in Graz und Wien (Vienna Shorts) gemeinsam erstaufgeführt. Sie werden im Rahmen der Programmpräsentationen bekanntgegeben.

Für Motorcity, seinen ersten abendfüllenden Dokumentarfilm, reist Arthur Summereder nach Detroit, um der lokalen Drag-Racing-Szene nachzuspüren. Die Motoren donnern. Die aufwendig frisierten Fahrzeuge erreichen binnen kürzester Zeit gewaltige Geschwindigkeiten, ein Rennen währt nur wenige Sekunden. Eine magische Spanne, in der sich gegenwärtiges und vergangenes Detroit möglicherweise überlagern. Der Sport gerinnt zum „puristischen Manifest“, dessen Jünger*innen die Gesetzmäßigkeiten von Raum und Zeit an ihre Grenzen treiben.

In eine dystopische Unterwelt, in der die Lumpenproletarier*innen als hässliche Maskengestalten vor sich hin vegetieren, führt hundert Jahre nach Chaplins The Kid wiederum Norbert Pfaffenbichlers freie Adaption des Stummfilms: In einer lustvollen Inszenierung des Abjekten erzählt der für den Wettbewerb Innovatives Kino ausgewählte 2551.01 eine Geschichte der Gewalt, die nicht nur die Unterdrückten und Ausgestoßenen, sondern auch das politische Potenzial des Kinos feiert.

Die Diagonale’21 findet vom 8. bis 13. Juni in Graz statt. Das gesamte Programm wird am 28. Mai veröffentlicht. Der Ticketverkauf startet am 2. Juni 2021.

Info: Die Webseite der Diagonale; Die Webseite des Österreichischen Filmmuseums; Die Webseite vom Crossing Europe Filmfestival