i-like-to-be-in-america-1981-allahyari-kritik

I LIKE TO BE IN AMERICA

      Keine Kommentare zu I LIKE TO BE IN AMERICA

This post is also available in: Italiano (Italienisch)

von Houchang Allahyari

Note: 7

I like to be in America – der Debüt-Kurzfilm von Regisseur Houchang Allahyari – will nicht mehr und nicht weniger sein: Ein fröhliches und witziges Experiment, um die ersten Schritte in die Filmwelt zu unternehmen.

Das Leben jenseits des Ozeans

Amerika. Ein Mythos, ein Traum für alle. Der amerikanische Traum. Viele Menschen waren (und sind) fasziniert von den glorreichen Vereinigten Staaten. Aber ist das Leben in Amerika wirklich so perfekt? Abgesehen von allen soziokulturellen Überlegungen müssen wir anerkennen, dass die Vereinigten Staaten in der kollektiven Vorstellung immer eine zentrale Rolle gespielt haben. Auch dank der zahlreichen Filme, die in Hollywood gedreht wurden. Ein Filmemacher, der auf seine Weise dem fernen Amerika gehuldigt hat, ist der Regisseur Houchang Allahyari, der mit I like to be in America (1981) – seinem Debüt-Kurzfilm – eine kleine und interessante Hommage experimenteller und ironischer Natur geschaffen hat.

Bilder aus den großen Western der Filmgeschichte. Ein Mann mit einem Cowboyhut wandert durch die Wüste. Musik, die an einen Sergio Leone- oder John Ford-Film erinnert, deutet eine bevorstehende Wendung an. Worauf oder wen wartet der Mann? Wahrscheinlich wartet er auf niemanden und nutzt im Gegenteil die abgeschiedene Lage zum Pinkeln aus.

Aber das ist noch nicht alles. Ein Mann sitzt auf einer Bank und beobachtet unruhig die Tauben, die sich auf einem Baum in seiner Nähe drängen. Genau wie in Alfred Hitchcocks berühmten Die Vögel. Doch in diesem Fall passiert nichts besonders Beunruhigendes. Im Gegenteil, was dann passiert, ist eher nervig für den armen Mensch, der auf der Bank sitzt: Einer der Vögel kackt auf seinen Mantel. Leben und Filme können manchmal sehr verschieden voneinander sein. Und doch kann das Leben selbst einen ganz spannenden Film ergeben.

I like to be in America ist ein fröhlicher und witziger Montagefilm, in dem Houchang Allahyaris Kamera ironisch und amüsant jeden Aspekt des Alltags beobachtet. Oder zumindest das Alltagsleben, das uns durch Filme und Fotos von Touristen gezeigt wird. Die Freiheitsstatue, das Empire State Building, suggestive Ansichten von Manhattan. Und dann, vor allem, eine große Hommage an das Hollywood der goldenen Jahre. Denn dieser lustige und bunte Kurzfilm von Houchang Allahyari will vor allem eine Hommage an die siebte Kunst, an die vielen Filmgenres (von Western über Krimis bis hin zu Cinecomics) und an die Filmindustrie sein, die uns seit Jahren träumen und jeden Tag neue spannende Abenteuer erleben lässt.

Ein hektischer Schnitt zeigt uns mal Bilder aus berühmten Filmen der Vergangenheit, mal Fotos von wichtigen Persönlichkeiten, während auf der Straße gedrehte Szenen uns durch das kosmopolitische Viertel von Manhattan, die Indianerreservate und sogar das Walt Disney World Resort führen.

Wir schreiben das Jahr 1981. Houchang Allahyari war vor Jahren nach Wien gezogen und praktizierte als Psychiater. Doch die Filmwelt hatte ihn schon immer fasziniert. Gab es also einen besseren Anlass, als seine Karriere in der Filmbranche mit einer großen Hommage an die Filmgeschichte und an Hollywood zu beginnen? I like to be in America – mit deutlichen Verweisen auf Robert Wises West Side Story (1961) – will nichts mehr und nichts weniger sein: Ein heiteres und witziges Experiment, um die ersten Schritte in der Filmwelt zu unternehmen.

Titel: I like to be in America
Regie: Houchang Allahyari
Land/Jahr: Österreich / 1981
Laufzeit: 16’
Genre: Experimentalfilm
Buch: Houchang Allahyari
Kamera: Houchang Allahyari
Produktion: Allahyari Film

Info: Die Seite von I like to be in America auf iMDb