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MERAN

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von Verschiedene Autoren

Note: 7

Der kurze Dokumentarfilm Meran aus dem Jahr 1912, produziert von Sascha-Film, gilt heutzutage als einer der ältesten und wertvollsten Dokumentarfilme in der österreichischen Filmgeschichte.

Ausschnitte aus der Vergangenheit

Im Laufe der Jahre sind leider viele Filme, die kurz nach der Erfindung des Kinematographen entstanden sind, für immer verloren gegangen. Von anderen Filmen sind jedoch nur wenige Ausschnitte bis heute erhalten geblieben, die nun von den Filmarchiven konserviert und restauriert werden und als wahres historisches und künstlerisches Erbe gelten. So auch der von Sascha-Film produzierte kurze Dokumentarfilm Meran aus dem Jahr 1912, der als einer der ältesten und wertvollsten Dokumentarfilme in der österreichischen Filmgeschichte gilt.

Meran war also zunächst 145 Meter lang. Von diesen 145 sind heute jedoch nur noch 31 übrig, was einer Gesamtdauer von etwa neunundzwanzig Sekunden entspricht. Und so wurde der Dokumentarfilm, konserviert und restauriert vom Filmarchiv Austria, kürzlich anlässlich der Online-Retrospektive Kino auf Sommerfrische dem Publikum präsentiert.

Eine einzige Panoramaaufnahme zeigt uns eine kleine Straße in Meran, in Südtirol. Ein Kind erscheint auf der linken Seite, während wir bei der Kamerabewegung nur zwei andere Personen sehen, die die Straße entlanggehen. Dies ist die einzige Kameraeinstellung von Meran, die bis heute erhalten geblieben ist. Und die Tatsache, dass der Dokumentarfilm einer der ältesten und seltensten in Österreich gedrehten Filme ist, macht ihn noch faszinierender.

Eine besondere Überlegung sollte gleichzeitig die Qualität der Bilder betreffen. Während es nämlich üblich war, die Filme in bestimmte Anilinfarben zu tauchen, um sie „lebendiger“ zu machen, merkt man bei der Vorstellung von Meran, dass ab einem bestimmten Punkt das Bild selbst ziemlich ruiniert ist. Dies war häufig bei Nitrozellulosefilmen der Fall, die mit der Zeit dazu neigten, ihre Farbe zu verlieren und zunehmend beschädigte Bilder zu präsentieren.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das, was die Kamera gefilmt hat, nicht gut sichtbar ist. In der Tat können wir uns eine ungefähre Vorstellung von den dargestellten Orten machen und uns vorstellen, wie viel mehr ursprünglich realisiert worden war, um zahlreiche Touristen anzulocken.

Denn tatsächlich wurden in den ersten Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in Österreich neben kleinen Spielfilmen vor allem kurze touristische Dokumentarfilme gedreht, so wie es zur gleichen Zeit auch im Rest der Welt geschah. Und trotz der Zeichen der Zeit, trotz eines oft rudimentären und „naiven“ Regieansatzes muss man anerkennen, dass solche Filme auch mehr als ein Jahrhundert später noch ihren Charme behalten haben.

Titel: Meran
Regie: Verschiedene Autoren
Land/Jahr: Österreich / 1912
Laufzeit: 29’‘
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Verschiedene Autoren
Kamera: Verschiedene Autoren
Produktion: Sascha-Film

Info: Die Webseite des Filmarchiv Austria