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VIENNALE 2020

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Die Show geht jetzt los

Wien bekommt sein Kino zurück. Endlich. Denn obwohl die Kinos in Österreich schon seit einigen Monaten – immer mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen – geöffnet sind, ist die Viennale 2020 das erste große österreichische Filmfestival, das nach dem Lockdown wegen der Covid-19-Pandemie stattfindet.

Diese Ausgabe ist ganz einzigartig:Die Sicherheitsvorkehrungen zur Eindämmung der Epidemie werden ständig eingehalten, zu diesem Anlass haben sich die Kinos, die das Festival veranstalten, mit anderen zusammengetan (darunter das Votiv Kino und das Admiral Kino), zum dritten Mal in Folge sehen wir Eva Sangiorgi als künstlerische Leiterin, und auch die Diagonale wird eine eigene Sektion mit einer Auswahl von sechs Spielfilmen und acht Kurzfilmen haben, die Teil des Programms Kollektion Diagonale 2020 – Die Unvollendete sind.

Auch in diesem Jahr wird das Programm äußerst reichhaltig und abwechslungsreich sein. Zur Eröffnung wird der Spielfilm Miss Marx – unter der Regie von Susanna Nicchiarelli, der bereits im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig 2020 gezeigt wurde – gezeigt, davor der Trailer zur Viennale 2020 Ad una Mela von Alice Rohrwacher. Während des Festivals werden wir auch die Gelegenheit haben, Spielfilme wie Rizi (Tsai Ming-Liang), Summer of 85 (François Ozon), Le Sel des Larmes (Philippe Garrel), City Hall (Frederick Wiseman) und Genus Pan (Lav Diaz) anzuschauen, um nur einige Titel zu nennen.

Natürlich gibt es im Programm auch zahlreiche in Österreich produzierte Spielfilme, die hier als nationale Premieren präsentiert werden und die wir aufmerksam verfolgen werden. Dazu gehören zum Beispiel Aufzeichnungen aus der Unterwelt von Tizza Covi und Rainer Frimmel, der bereits bei der Berlinale 2020 gezeigt wurde, Wohnhaft Erdgeschoss des innovativen deutschen Dokumentarfilmers Jan Soldat, Quo vadis, Aida? von Jasmila Zbanic – ebenfalls im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig -, Davos von Daniel Hoesl und Julia Niemann, der poetische Epicentro, von Hubert Sauper, der ebenso vielversprechende Zaho Zay (Georg Tiller und Maeva Ranaivojaona), Hochwald von Evi Romen, Bitte Warten von Pavel Cuzuioc, Was bleibt | Sta ostaje | What remains/Re-visited von Clarissa Thieme – auch bei der letzten Ausgabe der Berlinale dabei – und schließlich 3.30PM, der jüngste Spielfilm des renommierten Filmemachers Ludwig Wüst.

Doch das ist nur ein Teil des riesigen Programms, das vom 22. Oktober bis 1. November dem Wiener Publikum (und nicht nur diesem) präsentiert wird. Neben den bereits erwähnten Filmen gibt es nämlich auch einige Retrospektiven und Monographien, die Autoren und Strömungen der Vergangenheit vertiefen. Besonders erwähnenswert sind die Retrospektiven, die dem deutschen Regisseur Christoph Schlingensief, dem amerikanischen Filmemacher Phil Salomon und den französischen Regisseurinnen Isabel Pagliai und Cécile Fontaine gewidmet sind. Von besonderem Interesse für Cinema Austriaco ist die Reihe Austrian Auteurs in Zusammenarbeit mit dem Filmarchiv Austria, in der österreichische Filmklassiker präsentiert werden, die zwischen Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre von Regisseuren gemacht wurden, die eine neue Art des Filmemachens in Österreich begründet haben. Die Rede ist, um nur einige zu nennen, von Filmen wie Jesus von Ottakring (Wilhelm Pellert, 1975), Die glücklichen Minuten des Georg Hauser (Mansur Madavi, 1974) und Zechmeister (Angela Summereder, 1981).

Besonderes Augenmerk wird auch auf die Reihe Kollektion Diagonale 2020 – Die Unvollendete gelegt. Zu diesem besonderen Anlass werden einige der Spiel- und Kurzfilme präsentiert, die eigentlich zum Programm der Diagonale 2020 gehören sollten, darunter der hervorragende Gli Appunti di Anna Azzori – Uno Specchio che viaggia nel Tempo von Constanze Ruhm, Jetzt oder morgen von Lisa Weber, Ordinary Creatures von Thomas Marschall und der erfolgreiche The Trouble with being born, der zweite Spielfilm der jungen Regisseurin Sandra Wollner.

Diese Viennale 2020 stellt sicherlich eine hoffnungsvolle Wiedergeburt dar, und wieder ins Kino gehen zu können, scheint uns ein viel wertvolleres Ereignis zu sein, als wir zunächst glauben konnten. Es wird eine Viennale 2020 voller Ideen und guter Vorsätze. Und das wunderbare Wien im Hintergrund tut sein Übriges.

Im Folgenden: Die Kritiken zu den österreichischen Filmen, die bei der Viennale 2020 gezeigt worden sind. Die Sektion umfasst auch Interviews und das Programm Kollektion Diagonale 2020 – Die Unvollendete.

Info: Die Webseite der Viennale