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SEA OF SHADOWS

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von Richard Ladkani

Note: 7

In Sea of Shadows – unter der Regie von Richard Ladkani und produziert von Leonardo Di Caprio – ziehen neben adrenalingeladenen Momenten vor allem Bilder vom suggestiven Meeresgrund den Zuschauer in ihren Bann. Was wir auf der Leinwand sehen, ist ein wahres Naturparadies, das der französische Entdecker und Filmemacher Jacques Cousteau einst als „das Aquarium der Welt“ bezeichnete.

Der kleine Vaquita ist in Gefahr

Es ist nicht das erste Mal, dass der österreichische Filmemacher Richard Ladkani ein brennendes Thema beleuchtet, das uns alle betrifft. Und wenn man bedenkt, dass China 2016 – nach der Verleihung des Dokumentarfilms The Ivory Game – den Elfenbeinhandel verboten hat, würde man auch nach der Verleihung von Sea of Shadows (2019), der seine italienische Premiere beim Festival Sotto le Stelle dell’Austria 2020 hatte, einige dringend benötigte Maßnahmen erwarten.

Der Dokumentarfilm – der auch von Leonardo Di Caprio produziert wurde, der sich schon immer für den Umweltschutz interessiert hat – zeigt uns eine Realität, die die Sea of Cortez in Mexiko betrifft. Hier gefährdet der Fischfang des wertvollen und potentiell „heilenden“ Totoaba (oft durch lokale Kriminelle) die Spezies der Vaquita-Wale, die kleinsten Wale der Welt, von denen es heute leider nur noch fünfzehn bis dreißig Exemplare gibt und die vom Aussterben bedroht sind.

Doch was verbirgt sich hinter einer solchen Realität? Ein Team von Aktivisten, Journalisten, Wissenschaftlern und öffentlichen Persönlichkeiten – sowie eine Reihe von Zeugen, die es vorzogen, anonym zu bleiben – begann zu recherchieren. Und entdeckte Situationen, die völlig unerwartet waren.

Sea of Shadows wirkt wie ein adrenalingeladener Thriller. Und Richard Ladkani hat sich für eine Inszenierung entschieden, die an Hollywood-Blockbuster erinnert, mit spannungsgeladenen Momenten und allgegenwärtiger Musik. So allgegenwärtig, dass sie übertrieben ist? Manchmal, ja. Doch das passt perfekt zu Ladkanis besonderem Regieansatz.

Gleichzeitig ziehen Bilder von stimmungsvollen Meeresböden (von Richard Ladkani selbst gefilmt) den Zuschauer sofort in ihren Bann. Und was wir auf der Leinwand sehen, ist ein wahres Naturparadies, das der französische Entdecker und Regisseur Jacques Cousteau einmal als „das Aquarium der Welt“ bezeichnet hat.

Ladkanis Regieansatz weicht stark von dem ab, was die meisten österreichischen Filmemacher im dokumentarischen Bereich produzieren, erweist sich aber gleichzeitig als effektiv in Bezug auf das, was er dem Publikum vermitteln will. Der kleinste Wal der Welt ist vom Aussterben bedroht. Der Mensch ist dafür verantwortlich. Und genau deshalb sollte das Problem nicht unterschätzt werden. Sea of Shadows will vor allem die Zuschauer zum Nachdenken und – soweit möglich – zum Handeln anregen. Und die Botschaft kommt laut und deutlich durch.

Titel: Sea of Shadows
Regie: Richard Ladkani
Land/Jahr: Österreich, Australien, Deutschland, USA / 2019
Laufzeit: 104’
Genre: Dokumentarfilm
Buch: Richard Ladkani
Kamera: Richard Ladkani
Produktion: Terra Mater Factual Studios, Appian Way, Malaika Pictures

Info: Die Seite von Sea of Shadows auf iMDb; Die Seite von Sea of Shadows auf der Webseite der National Geographic; Die Seite von Sea of Shadows auf der Webseite der Austrian Film Commission; Die Seite von Sea of Shadows auf der Webseite vom Forum Austriaco di Cultura Roma