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von Antonin Svoboda
Note: 8
Spiele Leben konzentriert sich auf die Innerlichkeit seines Protagonisten. Und so stellen eine unruhige Schulterkamera und ein frenetischer Schnitt seine inneren Qualen perfekt dar.
Viele mögliche Folgen
Georg Friedrich ist heute einer der beliebtesten Schauspieler Österreichs. Und auch wenn der Schauspieler oft Nebenrollen spielt (wie er selbst zugab, seine Lieblingsrollen), wenn er die Hauptrolle spielt, ist er in der Lage, den gesamten Spielfilm mit extremer Natürlichkeit zum Laufen zu bringen. Nicht umsonst wurde Friedrich 2017 bei der
Und tatsächlich weiß Svoboda (der zusammen mit Jessica Hausner, Barbara Albert und Kameramann Martin Gschlacht die erfolgreiche Coop99 Filmproduktion gegründet hat), worauf es ankommt, wenn ein Film das Publikum beeindrucken und bei den Zuschauern lange in Erinnerung bleiben soll.
Und so spielt Georg Friedrich in Spiele Leben die Rolle des Kurt, eines Zockers, der sich ständig Geld leiht, um im Casino oder an den Automaten zu spielen. Wegen seines Verhaltens trennt sich der Mann von seiner Freundin (Gerti Drassl) und gerät nach der Begegnung mit Tanja (eine facettenreiche Birgit Minichmayr) in eine Art Teufelskreis.
Was hält das Leben für Kurt bereit? In der Ungewissheit der Zukunft – und in voller existenzieller Krise – verlässt sich der Mann bei jeder Entscheidung allein auf einen Würfel und entscheidet sich jedes Mal für sechs verschiedene Möglichkeiten, abhängig von der Zahl, die nach dem Würfeln herauskommt.
Und genau auf diese ständige Ungewissheit und auf die verschiedenen möglichen Wendungen der Geschichte weist Antonin Svoboda in Spiele Leben hin. Wie schon im erfolgreichen
Der Film konzentriert sich ganz auf die Innerlichkeit des Protagonisten und auch der Regieansatz passt zu ihm mit einer unruhigen Schulterkamera und einem frenetischen Schnitt. Riesige Spieltische, rollende Würfel, zweifarbige Roulettekessel, hektische Läufe durch die Stadt auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, an Geld zu kommen und Momente der „Ruhe“, die mit dem Rauchen von Drogen verbracht werden, werden sofort zum Leitmotiv des gesamten Spielfilms.
Eine neue Art, Filme in Österreich zu betrachten? Zweifelsohne. Tatsächlich werden hier seit Ende der neunziger Jahre Geschichten von Menschen inszeniert, die sich mitten in einer existenziellen Krise befinden und oft als Ausgestoßene leben.
Neue Geschichten, neue Wege, die Kamera zu bewegen. Und gerade in einer chaotischen und kosmopolitischen Stadt wie Wien erscheint uns die Kamera unruhiger denn je, wird aber gleichzeitig fast zu einer Art Vertrauten der Protagonisten.
So war es auch bei der jungen Rita (Protagonistin von Lovely Rita von Jessica Hausner), ebenso wie bei Jasmin in Nordrand von Barbara Albert. Und so ist es auch für Kurt in
Und ist Kurt nicht vielleicht auch eines der vielen Opfer einer bigotten, konservativen und fast heuchlerischen Gesellschaft? Einige der von Antonin Svoboda getroffenen Entscheidungen scheinen daran keinen Zweifel zu lassen, ebenso wie sein starker Wunsch nach Erneuerung und sein „wütender“, kraftvoll lebendiger Film von großer Bedeutung sind.
Titel: Spiele Leben
Regie: Antonin Svoboda
Land/Jahr: Österreich, Schweiz / 2005
Laufzeit: 94’
Genre: Drama
Cast: Georg Friedrich, Birgit Minichmayr, Gerti Drassl, Andreas Patton, Michael Rastl, Claudia Martini, Deniz Cooper, Christian Kohlhofer, Marvin Kren, Aline Götz, Gerda Drabek, Maya Unger, Alice Meiringer, Andreas Kastinger, Georg Hauke, Paul Hofer, Wolfgang Franzl, Annemarie Schleinzer, Roland Trnka, Bruno Wagner, Renate Wiesner
Buch: Martin Ambrosch, Antonin Svoboda
Kamera: Martin Gschlacht
Produktion: Coop99 Filmproduktion, Triluna Film AG
