i-premi-carl-mayer-e-thomas-pluch-alla-miglior-sceneggiatura-2020-cinema-austriaco

DIAGONALE ’20 – DREHBUCHPREISE

This post is also available in: Italiano (Italienisch)

Die Carl-Mayer- und die Thomas Pluch Drehbuchpreise wären am Freitag, dem 27. März im Hotel Wiesler, Salon Frühling, im Rahmen eines Festakts in Kooperation mit dem Kulturressort der Stadt Graz und dem drehbuchVERBAND Austria verliehen worden. Das Festival des österreichischen Films hat die Preisträger/innen nach Covid-19-bedingter Absage der Diagonale ’20 bekanntgegeben.

Viele neue Geschichten

Die Carl-Mayer- und die Thomas Pluch Drehbuchpreise wären am Freitag, dem 27. März im Hotel Wiesler, Salon Frühling, im Rahmen eines Festakts in Kooperation mit dem Kulturressort der Stadt Graz und dem drehbuchVERBAND Austria verliehen worden. Das Festival des österreichischen Films hat die Preisträger/innen nach Covid-19-bedingter Absage der Diagonale ’20 bekanntgegeben.

Carl-Mayer-Drehbuchpreise

Für ein anonym eingereichtes, kinofilmgerechtes fiktionales oder dokumentarisches Treatment
Initiiert, abgewickelt und gestiftet vom Kulturressort der Stadt Graz im Rahmen der Diagonale im Gesamtwert von € 22.500

Hauptpreis € 15.000
Die Verkündung – Treatment von Josef Kleindienst

„Christine, Lehrerin in einem Bergdorf, verheiratet, zwei Kinder, bereitet sich auf die Katastrophe vor. Sie hortet Lebensmittel im Keller und betreibt mit ihren Schüler/innen Überlebenstraining. In ihrem Umfeld sorgt ihr Verhalten für Verunsicherung und es droht der Zerfall ihrer Familie. Unverrückbar folgt sie ihrer Mission. Der Autor traut seinen Figuren alles zu und lässt sie Grenzen überschreiten. Beeindruckend sind auch der kräftige Einsatz von Motiven und die klare nüchterne Erzählweise.“

Förderungspreis € 7.500
Flat Mates – Treatment von Jan Prazak

„Bisher hat Ingo, Ende zwanzig, ein sorgloses Freizeitleben geführt. Dann ändern sich die Dinge: Seiner vitalen Mutter wird Demenz diagnostiziert und die obdachlose Alkoholikerin Jana zieht in seine WG. Ein rauer Wind bläst herein und die Figuren sind gezwungen, sich dem Leben zu stellen. Der Autor lässt ihnen Raum, einander wahrzunehmen und sich zu entwickeln.“

Jury Carl-Mayer-Drehbuchpreise: Reinhard Jud (Regisseur, Autor, AT), Wolfgang Lehner (Kameramann, US), Jessica Lind (Drehbuchautorin, Regisseurin, Vorjahrespreisträgerin, AT), Cornelia Seitler (Regisseurin, Autorin, CH), Susanne Spellitz (Redakteurin ORF, AT)

„Ein Festival des Films ohne Kino ist wahrlich nicht sehr ‚leiwand‘. Ich freue mich daher sehr, dass wir die Carl-Mayer-Drehbuchpreise nun nach der durch die Pandemie bedingten Absage des Festivals mit Verzögerung übergeben können und gratuliere den Preisträger/innen sehr herzlich!“, so Stadtrat Günter Riegler.

Thomas Pluch Drehbuchpreise

Des drehbuchVERBAND Austria in Kooperation mit der Diagonale
Gestiftet vom gestiftet vom Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport im Gesamtwert von € 22.000

Hauptpreis € 12.000
für das beste Drehbuch eines abendfüllenden Kinospielfilms oder eines abendfüllenden Fernsehfilms
Waren einmal Revoluzzer – Drehbuch von Johanna Moder

Waren einmal Revoluzzer von Johanna Moder untersucht das politische Engagement zweier linksliberaler Freundespaare, die eine politisch verfolgte russische Familie aufnehmen. Die Geschichte begleitet die ‚Retter/innen‘ in ihrem Akt der hilflosen Hilfsbereitschaft, bei dem die Gewissheiten ihres bürgerlichen Lebens in Frage gestellt werden. Was bleibt übrig von den Träumen und den Idealen der eigenen Jugend, wenn die Realität sie plötzlich auf eine Probe stellt? Die Krise bringt private und berufliche Probleme der Figuren gnadenlos und humorvoll an den Tag. Johanna Moder begleitet sie dabei mit kritischer Sympathie, die niemals denunziatorisch ist. Wenn wir also über die pointierten Dialoge dieses starken Ensembles lachen, dann lachen wir eben auch über unser eigenes Phlegma, unsere Lebenslügen und unsere Hilflosigkeit. Das Drehbuch überzeugt mit Witz, Leichtigkeit und Intelligenz und führt uns vor Augen, dass es mit zunehmendem Alter nicht einfach ist, jugendliche Revoluzzer/innen zu bleiben.“

Spezialpreis der Jury € 7.000
für ein Drehbuch eines abendfüllenden Kinospielfilms oder eines abendfüllenden Fernsehfilms mit besonders herausragend behandelten Aspekten
The Trouble with Being Born – Drehbuch von Sandra Wollner und Roderick Warich

The Trouble With Being Born erzählt von einer beklemmenden Zukunft, in der Menschen Androiden nach ihren Vorstellungen individualisieren und ‚benutzen‘ im abstoßenden Sinne des Wortes: Als Sexspielzeug, Sozialkontakt, Trostpflaster, Sandsack … Die zehnjährige Ida ist ein solcher Androide. Je weiter ihre ‚Besitzer‘ diese perfekte Puppe nach ihren Wünschen formen und umformen, desto mehr tun sich ihre menschlichen Abgründe vor unseren Augen auf. Ist Ida ein Therapeutikum? Ein Suchtmittel? Eine Prothese für nicht Gelebtes? Die Menschen sind jedenfalls heillos defekt, nicht die Maschine. Sandra Wollner und Roderick Warich wagen sich mit ihrer Geschichte in ein irritierendes und beklemmendes Zwischenreich zwischen Horror und Science-Fiction. Sie stellen unbequeme Fragen zu dem, was den Menschen zum Menschen macht und sind dabei so mutig und konsequent, viele Antworten schuldig zu bleiben. The Trouble With Being Born ist ein radikaler, eigenwilliger und riskanter Blick in unsere Zukunft.“

Preis für kurze oder mittellange Kinospielfilme € 3.000
für das beste Drehbuch eines Kinospielfilms mit einer Mindestlänge von 15 bis maximal 70 Minuten
Fabiu – Drehbuch von Stefan Langthaler

„Zwei Männer aus unterschiedlichen Zeiten, die sich doch ähnlicher sind, als der erste Blick verrät. Beginnend mit einer starken Ausgangssituation folgen wir gespannt der unvorhersehbaren melancholischen Erzählung, die trotz ihrer Kürze rund und in sich geschlossen ist. Eine zutiefst menschliche Geschichte über ungelebte Sehnsüchte, die vermeintlich letzte Chance und wahre Liebe. Das ist Fabiu von Stefan Langthaler, der handwerklich gekonnt mit filmischen Bildern und größter Verantwortung seiner Figuren gegenüber äußerst sensible die Begegnungen von Arthur und Fabiu erzählt.“

Jury Thomas Pluch Hauptpreis und Thomas Pluch Spezialpreis der Jury: Wolfgang Kohlhaase (Drehbuchautor, Regisseur, Schriftsteller, DE), Dorothee Schön (Drehbuchautorin, DE), Jacqueline Surchat (Drehbuchautorin, CH)

Jury Thomas Pluch Preis für kurze oder mittellange Kinospielfilme: Marie Kreutzer (Drehbuchautorin, Regisseurin, AT), Nina Kusturica, (Drehbuchautorin, Regisseurin, Produzentin, AT), Gregor Schmidinger (Drehbuchautor, Regisseur, AT)

Die nationale Jury nominiert aus allen Einreichungen fünf Drehbücher, aus denen die internationale Jury den Hauptpreis und den Spezialpreis vergibt. Der Kurzfilmpreis wird von der nationalen Jury ausgewählt.

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Info: Die Webseite der Diagonale; Die Carl-Mayer-Drehbuchpreise auf der Webseite der Diagonale; Die Thomas Pluch Drehbuchpreise auf der Webseite der Diagonale