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MARIA SCHELL – EIN UNVERGESSLICHES GESICHT

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Die berühmte österreichische Schauspielerin Maria Schell zeichnete sich im Laufe ihrer bewundernswerten Karriere durch ihre hochemotionale Schauspielkunst aus: Sie spielte oft zerbrechliche und zugleich willensstarke Frauen. Ihr Kollege Oskar Werner gab ihr wegen dieser Eigenschaft den Spitznamen Seelchen.

Die Frau mit den traurigen Augen

Ihre traurigen Augen und ihr zartes Lächeln sind in den Herzen vieler Menschen geblieben. Die berühmte österreichische Schauspielerin Maria Schell hat sich im Laufe ihrer bewundernswerten Karriere durch ihre hochemotionale Schauspielkunst hervorgetan, indem sie oft zerbrechliche und zugleich willensstarke Frauen darstellte. Ihr Kollege Oskar Werner gab ihr deshalb den Spitznamen Seelchen.

Maria wurde am 15. Januar 1926 in Wien geboren. Ihr Vater, Hermann Ferdinand Schell, war ein in der Schweiz geborener Schriftsteller, während ihre Mutter, Margarethe Noé von Nordberg, ebenfalls Schauspielerin war. Obwohl ihr Bruder Maximilian wohl das bekannteste Mitglied ihrer Familie ist, hatte sie noch zwei weitere Geschwister: Carl und Immy.

1938, nach dem Anschluss, musste die Familie Schell von Wien nach Zürich umziehen. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten mussten Marias Eltern ihre Kinder jedoch zu Verwandten schicken. So lebte Maria Schell eine Zeit lang in Colmar, wo sie die französische Sprache erlernen konnte, was ihr für ihre Karriere sehr nützlich sein sollte. Gegen Ende des Sommers 1939 beschloss sie jedoch, eine Woche bei ihren Eltern zu verbringen. Gerade als sie dort war, brach der Zweite Weltkrieg aus und so musste sie in der Schweiz bleiben.

Während des Krieges setzte sie ihr Studium fort. Und zunächst dachte Maria nicht daran, Schauspielerin zu werden, sondern sie begann ein Wirtschaftsstudium. Doch bald bemerkte jemand ihr schönes Gesicht und bot ihr eine Rolle in einem Film an. Maria Schells Karriere begann also noch während des Krieges, im Jahr 1942, als der Regisseur Sigfrit Steiner sie für seinen Film Steibruch engagierte. Die junge Maria Schell (hier Gritli Schell genannt) war aber noch nicht bereit, Schauspielerin zu werden, und ihre Leistung war gar nicht überzeugend. Trotzdem begann sie fleißig zu studieren und bereits 1948 erhielt sie eine neue Filmrolle. In diesem Jahr wirkte die Schauspielerin in Karl Hartls Film Der Engel mit der Posaune mit, eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ernst Lothar. Und in diesem Film bekam sie zum ersten Mal eine ganz wichtige Rolle.

Von da an verlief Marias Karriere immer erfolgreicher. Und während sich viele an sie im Film Gervaise (René Clement, 1956) oder an Luchino Viscontis Meisterwerk Weiße Nächte (1957) erinnern, der auf Fëdor Dostoevskijs gleichnamiger Kurzgeschichte basiert und in dem sie Marcello Mastroianni gegenüberstand, zählen zu ihren Erfolgen auch Robert Siodmaks Die Ratten (1955), Die Brüder Karamasow (1957 unter der Regie von Richard Brooks, bei dem Yul Brynner sie als Darstellerin vorschlug), Richard Donners Superman (1978) und sogar Die Spaziergängerin von Sans-Souci, 1982 unter der Regie von Jacques Rouffio und der letzte Film, in dem auch ihre Landsmännin Romy Schneider mitspielte.

Der Erfolg von Maria Schell stellte sich fast sofort ein. Und weltberühmt wurde die Schauspielerin noch vor ihrem Bruder Maximilian, dem sie zeitlebens nahe blieb. Ein erfülltes Leben, zahlreiche Befriedigungen, zwei Ehen (die beide leider in Scheidung endeten): Die erste mit dem Regisseur Horst Hächler – mit dem sie ihren Sohn Oliver hatte – und die zweite mit dem Regisseur Veit Relin, mit dem sie ihre Tochter Marie Theres Kroetz-Relin, ebenfalls Schauspielerin, bekam.

Mitte der achtziger Jahre zog sich Maria jedoch von der Schauspielerei zurück: Ihre Gesundheit verschlechterte sich langsam. Nach mehreren Schlaganfällen unternahm Maria 1991 einen Selbstmordversuch. Nach einem Krankenhausaufenthalt kehrte sie schließlich in ihre Heimat Österreich zurück und zog nach Pratenegg in Kärnten, wo sie am 26. April 2005 an einer Lungenentzündung starb. Nur drei Jahre zuvor hatte ihr Bruder Maximilian ihr den Dokumentarfilm Meine Schwester Maria gewidmet. Anlässlich der Uraufführung trat Maria Schell zum letzten Mal in der Öffentlichkeit auf. Doch auch wenn seit ihrem Tod schon einige Jahre vergangen sind, ist ihr Gesicht noch immer im Gedächtnis aller lebendig. Eine außergewöhnliche österreichische Künstlerin, die in der ganzen Welt geschätzt und geliebt worden ist.

Info: Die Seite von Maria Schell auf iMDb