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DAS UNMÖGLICHE BILD

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von Sandra Wollner

Note: 7.5

In Das unmögliche Bild, der interessante Debütfilm der jungen Sandra Wollner, zeigen uns die Bilder zunächst eine Großfamilie, die hauptsächlich von der autoritären Großmutter geleitet wird. Momente der Geselligkeit am gedeckten Tisch wechseln sich ab mit Szenen, in denen sich die jungen Frauen des Hauses an einem heißen Sommernachmittag ein Bett für ein Mittagsschläfchen teilen. Dann ändert sich plötzlich alles. Und der Spielfilm nimmt langsam übernatürliche Züge an.

Vor der Kamera

Zu den bemerkenswertesten Regisseuren des zeitgenössischen österreichischen Films gehört zweifellos Sandra Wollner, eine junge Filmemacherin aus Leoben, die sich auf der Berlinale 2020 mit The Trouble with being born in der Reihe Encounters hervortat. Dabei ist die Regisseurin bereits seit einigen Jahren bekannt. Dies ist dem interessanten (und beunruhigenden) Das unmögliche Bild (2006) zu verdanken, die notwendige Vervollständigung der Diplomarbeit der Regisseurin, die auf 16mm aber mit einer Super8-Auflösung gedreht wurde, dank der ein alter Familienfilmeffekt erzielt worden ist.

Wir befinden uns am Stadtrand von Wien, im Sommer 1953. Johanna ist eine Jugendliche, die mit Hilfe von Krücken geht. Ihre Familie ist eine glückliche Familie und besteht aus ihrer Mutter, ihrem Vater und ihrer siebenjährigen Schwester. Alles ändert sich jedoch, als ihr Vater plötzlich stirbt und die ganze Familie ins Haus ihrer Großmutter mütterlicherseits zieht, die illegale Abtreibungen vornimmt. Also nimmt Johanna die Kamera und beginnt, ihren Alltag und das, was in ihrem Haus passiert, zu filmen.

Es ist nicht nur das Thema Trauer, das in Das unmögliche Bild behandelt wird. Die Bilder zeigen uns zunächst eine große Familie, die von der autoritären Großmutter angeführt wird. Momente der Geselligkeit am Esstisch wechseln sich ab mit Szenen, in denen sich die jungen Frauen des Hauses an einem heißen Sommernachmittag ein Bett für ein Mittagsschläfchen teilen. Dann ändert sich plötzlich alles. Und auch die Stimmung des Films ändert sich. Der Vater taucht auf magische Weise wieder auf, die Kamera wechselt den Blickwinkel und alles bekommt einen übernatürlichen Beigeschmack.

Ein bedeutsames Crescendo der Spannung ist der Protagonist von Das unmögliche Bild. Momente scheinbarer Ruhe kontrastieren mit verstörenden Gefühlen von Unruhe und Tod. Und Sandra Wollner ist der Aufgabe, mit all diesen Elementen umzugehen, perfekt gewachsen. Die Regisseurin appelliert an das Unbewusste des Zuschauers und an seine eigenen Erfahrungen, dank eines möglichst direkten Regieansatzes. In der ersten Hälfte des Spielfilms sehen wir einfach die Sichtweise der jungen Protagonistin. Was wäre aber, wenn ein „externer“ Blick alles filmen würde?

Doch es gibt noch einen Protagonisten, ohne den der Film nicht existieren könnte. Es handelt sich um das Haus, in dem Johanna wohnt. Alles (mit Ausnahme der Anfangsszenen, in denen die Familie im Garten spielt, bevor sie trauert) spielt sich im Inneren des Hauses ab. Außenszenen sind extrem selten. Gelegentlich sehen wir einige der Mädchen, die durch das Glas auf die anderen Familienmitglieder schauen, die im Garten ihre Arbeit verrichten. Das Haus ist der Hüter jedes Geheimnisses, der Wohnsitz jedes übernatürlichen Wesens.

Das unmöglische Bild erinnert fast an das Kino von David Lynch. Und Sandra Wollner erwies sich als mutig und talentiert, etwas (fast) Neues zu inszenieren. Etwas, das den Zuschauer schockiert und jede Vorstellung, die er bisher davon hatte, umstößt. Und so hat der österreichische Film ein neues Talent hervorgebracht und sich einmal mehr als besonders stark und prägnant erwiesen, wenn es darum geht, neue Filmsprachen zu schaffen. Das unmögliche Bild ist ein wertvoller Debütfilm, der bei internationalen Filmfestivals zahlreiche wohlverdiente Preise gewonnen hat.

Titel: Das unmögliche Bild
Regie: Sandra Wollner
Land/Jahr: Österreich / 2016
Laufzeit: 70’
Genre: Drama, Experimentalfilm
Cast: Jana McKinnon, Alexander E. Fennon, Andrea Schramek, Isabel Schmidt, Mira Reisinger, Isabella Simon, Helmut Wiesner, David Jakob, Eva Linder
Buch: Sandra Wollner
Kamera: Timm Kröger
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg

Info: Die Seite von Das unmögliche Bild auf iMDb; Die Seite von Das unmögliche Bild aufder Webseite der Sixpack Film