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DER SCHÖNSTE PLATZ AUF ERDEN ERÖFFNET DIE DIAGONALE ‘20

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Vom 24. bis 29. März präsentiert das Festival des österreichischen Films ein pluralistisches und im besten Sinne überraschendes Programm. Am Anfang steht die Uraufführung des außergewöhnlichen Dokumentarfilms Der schönste Platz auf Erden (AT 2020) von Elke Groen.

Ein kleines Dorf im Burgenland

Vom 24. bis 29. März präsentiert das Festival des österreichischen Films ein pluralistisches und im besten Sinne überraschendes Programm. Am Anfang steht die Uraufführung des außergewöhnlichen Dokumentarfilms Der schönste Platz auf Erden (AT 2020) von Elke Groen.

Zentral im Festivalprogramm verankert finden sich zudem die Reihe Zur Person, die 2020 Jessica Hausner gewidmet ist, und das historische Special mit dem Titel Sehnsucht 2020 – Eine kleine Stadterzählung. Klammern und Verweise zwischen den Programmschienen setzt die Reihe In Referenz. Den Festivaltrailer gestaltet Jennifer Mattes. Ab Anfang März kündet die an Rainer Werner Fassbinder angelehnte Arbeit in den österreichischen Kinos von der Diagonale’20 in Graz.

Der schönste Platz auf Erden von Elke Groen

Auf der größten Leinwand des Landes zeigt das Festival des österreichischen Films bei seiner 23. Ausgabe in Graz Groens präzise montiertes und eindringliches Porträt des kleinstädtischen Mikrokosmos Pinkafeld. Der von Golden Girls Filmproduktion (Arash T. Riahi und Sabine Gruber mit Elke Groen) verantwortete Dokumentarfilm feiert seine Uraufführung in Graz.

Pinkafeld im Burgenland – Ein kommunaler Melting Pot in einer globalisierten Welt

Der schönste Platz auf Erden ist eine Bank unter einem Baum. Ist ein Gasthof. Eine Diskothek. Dort, wo kein Krieg ist. Vielleicht ist es Österreich. Vielleicht Pinkafeld im Burgenland. Kaum sechstausend Menschen leben hier. Der schönste Platz auf Erden setzt im Jahr 2016 an. In Pinkafeld setzt man sich für seinen berühmtesten Bewohner Norbert Hofer als Bundespräsident ein, obwohl man sonst SPÖ wählt. Drei aufreibende Jahre stehen den Menschen bevor. Zwischen Gedankenaustausch im Wirtshaus, Perchtenlauf und Ibiza-Video hört Elke Groen den Pinkafelder/innen zu, diskutiert und zeichnet ein vielperspektivisches Bild des gesellschaftlichen Lebens abseits der großen Ballungsräume.

Der schönste Platz auf Erden im größten Kino Österreichs. Das erscheint uns in mehrfacher
Hinsicht stimmig: zum einen, weil Dokumentarfilm viel zu selten die ganz große Festivalbühne bekommt. Zum anderen, weil Elke Groen einen Film gestaltet hat, der entgegen weitläufiger populistischer Floskeln tatsächlich ins Land – Österreich – hineinhört und den Dialog sucht, ohne den Leuten nach dem Mund zu reden. Groen ist am Zusammenleben im kleinstädtischen Kosmos interessiert und denkt dabei global, verschaltet Eigen- und Fremdwahrnehmung, lokal und international. Beiläufig ist Der schönste Platz auf Erden dabei auch eines: ein zentrales Dokument jüngerer österreichischer Zeitgeschichte.“
––– Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber

Sehnsucht 2020 – Eine kleine Stadterzählung

Kino, Film und Stadt – allesamt versinnbildlichen sie Fantasien und Sehnsüchte, die stets auch ins Gegenteilige zu kippen drohen, allesamt bieten sie die Möglichkeit, sich in betörend funkelnden Lichtern zu verlieren. Die 22 Filme von Sehnsucht 2020 – Eine kleine Stadterzählung – ein gemeinsames Special von Diagonale, Filmarchiv Austria, Österreichischem Filmmuseum und ORF-Archiv – kreisen um die Schlagworte Stadt und Sehnsucht im österreichischen Film und führen an Orte, die das Wechselspiel zwischen gebauter und gelebter Stadt nachvollziehbar machen. Das Programm ist vom 25. bis 29. März anlässlich der Diagonale in Graz zu sehen.

Zur Person: Jessica Hausner

Mehrdeutig, kunstvoll, preisgekrönt – Spielfilme mit prägnanter Handschrift seit 1996: Mit der Reihe Zur Person richtet die Diagonale’20 ihren Fokus auf die Regisseurin Jessica Hausner und ihr weithin beachtetes Filmschaffen. Ausgehend von ihrem aktuellen Film, Little Joe, der 2019 als einziger österreichischer Beitrag im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes vertreten war, zeigt die Diagonale’20 eine Gesamtretrospektive von Hausners Œuvre inklusive der Wiederentdeckung einer frühen studentischen Arbeit.

„Jessica Hausners Kino ist betörend, bestechend, mitunter verstörend – im faszinierendsten und somit besten Wortsinn. Ihre Filme sind stets aufwändig gestaltet, minutiös ins kleinste Detail hinein durchdacht und präzise montiert. Der gebannte Blick des Kinogängers, der Kinogängerin möchte förmlich auf jeder einzelnen Sequenz verweilen […] Das Kino Hausners ist eines wider die Zerstreuung, das – und darin liegt eine große Besonderheit dieser Filmemacherin – bei aller Strenge nicht selten hochvergnüglich und voller Humor ist. Eines, das dem gegenwärtigen Authentizitätsfetisch selbstsicher mit größter Künstlichkeit antwortet und dabei umso treffsicherer die Beschaffenheit unserer Welt zu beschreiben vermag – auch um diese zu kritisieren.“
––– Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber

In Referenz: Stille Post zwischen Genres und Generationen

Die Reihe Zur Person und das historische Special verknüpft die Programmschiene In Referenz gleich in mehrfacher Weise: über Protagonist/innen und korrespondierende Filmarbeiten. Jessica Hausner trifft über Maya Deren, Alexander Hammid und Teiji Ito auf Martina Kudláček, Marie Menken und Deborah Stratman. Österreich trifft USA, Historisches verschränkt sich mit Aktuellem. So wird das Festival zum Knotenpunkt einer Vielzahl roter Fäden, die mal deutlicher sichtbar, mal versteckter sind.

In Referenz: Musikverein für Steiermark

Ein Festkonzert im Zeichen der zeitgeschichtlichen Jubiläen des heurigen Jahres: 75 Jahre
Kriegsende und Befreiung vom Nationalsozialismus, 65 Jahre Staatsvertrag, 25 Jahre
EU-Beitritt Österreichs. Erstmals kooperieren Musikverein für Steiermark, Diagonale und
Österreichisches Filmmuseum im Rahmen eines gemeinsamen filmischen Konzertabends.

Diagonale’20-Trailer von Jennifer Mattes

Mattes‘ audiovisuelle Visitenkarte des Festivals besteht aus fünf Episoden und kündet in den österreichischen Kinos ab Anfang März 2020 von der Diagonale in Graz. Ebendort wird die an Rainer Werner Fassbinder angelehnte Arbeit vor ausgewählten Vorstellungen zu sehen sein. Vom 20. März bis 19. April präsentiert das Kunsthaus Graz außerdem die Ausstellung Jennifer Mattes – Bars von Atlantis in Foyer, Innenhof und Garderobe. Die Eröffnung findet am 19. März 2020 um 19 Uhr statt.

Die Diagonale’20 findet vom 24. bis 29. März in Graz statt. Das gesamte Programm wird am 13. März veröffentlicht. Der Ticketverkauf startet am 18. März 2020.

Info: die offizielle Webseite der Diagonale