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POWDER GIRL

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von Phil Traill

Note: 4.5

Trotz Felicity Jones‘ Ausstrahlung, trotz Gregor Bloéb’s Gags ist Phil Traill’s Powder Girl leider eine schwache Liebeskomödie mit sehr vorhersehbaren Wendungen.

In den österreichischen Bergen

Einen neuen Job annehmen und das Leben verändern. Ein Leben voller Entbehrungen und Verzichte, das sich nun endlich ändert. Dies ist die Geschichte der jungen Kim (gespielt von der berühmten Felicity Jones), einer erfolgreichen Eisläuferin, die nach dem Tod ihrer Mutter bei einem Autounfall ihre Karriere als Sportlerin aufgegeben hat, um sich ganz ihrem Vater zu widmen. Kim ist die Protagonistin des Spielfilms Powder Girl, der 2011 vom englischen Regisseur Phil Traill gedreht wurde. Ein Film, der durch eine Inszenierung mit Bezügen zum amerikanischen Film vor allem das Bewusstsein eines Mädchens für seine Wünsche und Leidenschaften zeigt: Eine (nicht allzu) lange Reise zu einem neuen und reiferen Selbstbewusstsein.

Kann Powder Girl als eine Art Coming-of-Age-Roman betrachtet werden? Technisch gesehen, ja. Denn als die junge Protagonistin in ein luxuriöses Chalet in den österreichischen Bergen geht, um dort als Dienstmädchen für eine wohlhabende englische Familie zu arbeiten, wird sie beginnen zu verstehen, was sie wirklich vom Leben will, auch dank der Entdeckung ihrer Leidenschaft für das Snowboarden und dank einer neuen, aufregenden Herausforderung.

Wie bereits geschrieben, ist das Vorbild, auf das sich Regisseur Phil Traill bezieht, die amerikanischen Teenie-Komödien, bei denen ein Happy End von Anfang an garantiert ist, auch auf Kosten des Drehbuchs. So war es bei unzähligen Filmen, die vor allem seit Anfang der 2000er Jahre entstanden sind, und so ist es auch bei Powder Girl, bei dem man von den ersten Minuten an genau weiß, wie die Geschichte ausgehen wird. Traurig aber wahr.

Trotz einer guten Charakterisierung der jungen Kim interessiert uns das anfängliche Gezänk zwischen dem Mädchen und ihrer Kollegin Georgie (Tamsin Egerton) ebenso wenig wie ihre Verliebtheit in den gutaussehenden Johnny (Ed Westwick).

Ein wirklich interessantes Thema ist stattdessen nur die neue Leidenschaft der Protagonistin für das Skateboardfahren. Aber auch hier wird alles durch ein Drehbuch banalisiert, nach dem nur vier Monate sporadisches Training ausreichen würden, um Weltmeister zu werden. Trotz des Charismas von Felicity Jones, trotz der Gags von Gregor Bloéb in der Rolle des Hüttenwirts ist Powder Girl von Phil Traill leider eine zu schwache Liebeskomödie mit höchst vorhersehbaren Wendungen. Ein Film, der Hunderten von anderen Filmen gefährlich ähnelt und sich aufgrund seiner schwachen Persönlichkeit unter sie mischt.

Titel: Powder Girl
Regie: Phil Traill
Land/Jahr: Großbritannien, Deutschland, Österreich / 2011
Laufzeit: 97’
Genre: Filmkomödie, Liebesfilm, Coming-of-age
Cast: Felicity Jones, Bill Bailey, Rebecca Lacey, Chandra Ruegg, Tom Goodman-Hill, Jo Martin, Tamsin Egerton, Georgia King, Mario Netzer, Gregor Bloéb, Ed Westwick, Bill Nighy, Brooke Shields, Sophia Bush, Nicholas Braun, Tara Dakides, Nora Rieser, Sandra von Ruffin, Thomas Goersch, Sasha Manuel Hodak, Julia Jentsch
Buch: Tom Williams
Kamera: Ed Wild
Produktion: UK Film Council, Aegis Film Fund, Hindsight Media, Neue Bioskop Film, Novotny & Novotny Filmproduktion GmbH

Info: Die Seite von Powder Girl auf iMDb; Die Seite von Powder Girl auf Rotten Tomatoes