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DIE LETZTE PARTY DEINES LEBENS

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von Dominik Hartl

Note: 6.5

Auch wenn es mittlerweile viele Filme gibt, die unserem Die letzte Party deines Lebens ähneln, muss man dem jungen Regisseur Dominik Hartl zugute halten, dass er sich an einer ganz persönlichen Inszenierung versucht.

Ein ungewöhnlicher Urlaub

Die letzte Party deines Lebens, der dritte Spielfilm des jungen Filmemachers Dominik Hartl, erweckt schon beim ersten, flüchtigen Lesen der Synopsis den Eindruck von etwas bereits Gesehenem, von einem Slasher-Film mit interessanten Prämissen, der aber in der Vergangenheit schon immer wieder gemacht wurde. Aber wird es wirklich so sein? Alles liegt in der Art und Weise, wie alles inszeniert wird. Aber gehen wir Schritt für Schritt vor.

Sehr oft sind wir auf eine Gruppe von Jugendlichen gestoßen, die mit den Sommerferien, den Ferien nach dem Abitur oder einfach mit überfüllten Partys zu kämpfen hatten. Und in dem Film Die letzte Party deines Lebens ist die Situation ganz ähnlich: Die junge Julia (Elisabeth Wabitsch) fährt nach dem Abitur mit ihren Mitschülern nach Kroatien. Hier jedoch beginnen alle ihre Freunde auf mysteriöse Weise zu verschwinden, angefangen bei ihrer besten Freundin Jessica (Antonia Moretti, Tochter des berühmten Tobias Moretti), mit der das Mädchen gerade einen Streit hatte.

Also nichts Neues? Zweifelsohne, nichts Neues. Dennoch muss man Dominik Hartl, der schon immer ein Faible für Horrorfilme hatte, zugutehalten, dass er sich an einer sehr persönlichen Inszenierung versucht hat. In der Eröffnung von Die letzte Party deines Lebens fällt nämlich sofort ein besonderer Einsatz von Geräuschen auf, mit Andeutungen, die leicht auf etwas sehr Beunruhigendes hindeuten (eine Wahl der Postproduktion, die leider sofort aufgegeben wurde). Und schon bald ist das ganze Werk viel komplexer, als es zunächst schien. Auch in diesem Fall sind die Lösungen nicht sonderlich neu, aber sie lassen das ganze Werk an Qualität gewinnen.

Wenn wir zum Beispiel an Spielfilme wie Hell Fest (Gregory Plotkin, 2018) denken, erkennen wir sofort den besonderen Wert von Die letzte Party deines Lebens im Vergleich zu ihnen, sowohl in Bezug auf den Regieansatz als auch auf das Drehbuch. Echte Stärke von Hartls Film: Ein komplexer und nie wohlgemeinter oder banaler Diskurs über Schuld und Unschuld. Keine der Figuren ist wirklich unschuldig, und deshalb wirken sie umso mehr wie wir. Realistischer. Das Gleiche gilt für die Kritik an den Behörden und ihrer Rolle in der Gesellschaft (interessant in diesem Zusammenhang der kleine Auftritt von Edita Malovcic, Protagonistin des erfolgreichen Nordrand von Barbara Albert, hier in der Rolle einer zynischen Polizeiinspektorin).

Doch das alles reicht nicht aus, um diesen Spielfilm in Erinnerung zu behalten. Und das Hauptproblem ist eben die Tatsache, dass es heutzutage so viele Werke gibt, die unserem Die letzte Party deines Lebens ähneln. Schade.

Dennoch drängt sich am Ende der Vorführung eine Überlegung auf: Wenn der junge Dominik Hartl bisher erst drei Spielfilme gedreht hat und schon Gelegenheit hatte, sein Talent zu zeigen, wer weiß, welche interessanten Überraschungen er in Zukunft für uns bereithält. Aber das ist natürlich eine andere Geschichte.

Titel: Die letzte Party deines Lebens
Regie: Dominik Hartl
Land/Jahr: Österreich / 2018
Laufzeit: 90’
Genere: Horrorfilm, Thriller
Cast: Marlon Boess, Markus Freistätter, Michael Glantschnig, Valerie Huber, Mijo Kevo, Edita Malovcic, Antonia Moretti, Hisham Morscher, Michael Ostrowski, Thomas Otrok, Chantal Pausch, Alexandra Schmidt, Ferdinand Seebacher, Fabian Unger, Nikolaas von Schrader, Elisabeth Wabitsch, Chantal Zitzenbacher
Buch: Robert Buchschwenter, Karin Lomot
Kamera: Thomas W. Kiennast
Produktion: Gebhardt Produktions, ORF, Formula Film See

Info: Die Seite von Die letzte Party deines Lebens auf iMDb; Die Seite von Die letzte Party deines Lebens auf der Webseite des Oesterreichischen Filminstituts