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WOMIT HABEN WIR DAS VERDIENT?

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von Eva Spreitzhofer

Note: 7

Die witzige Komödie Womit haben wir das verdient?, der zweite Spielfilm der Schauspielerin und Drehbuchautorin Eva Spreitzhofer, hatte seine italienische Premiere beim Festival Sotto le Stelle dell’Austria 2019. Der Film will jedes Klischee überwinden, indem er sich auf eine Welt konzentriert, mit der wir in engem Kontakt leben, die wir aber zu wenig kennen.

Ein Schleier zu viel

Es ist leicht, sich als moderner und aufgeschlossener Mensch zu bezeichnen. Aber was wäre die Reaktion auf ein völlig unerwartetes Ereignis, das alle Gewissheiten in Frage stellt? Eine solche Situation könnte auch für Wanda (Caroline Peters) schwierig sein, die energische Mutter Protagonistin des Films Womit haben wir das verdient?, der zweite Spielfilm der Schauspielerin und Drehbuchautorin Eva Spreitzhofer, der beim Festival Sotto le Stelle dell’Austria 2019 seine italienische Premiere feierte.

In dieser witzigen Komödie, die schon bei der Diagonale 2019 gut ankam, sehen wir also die verwirrte Wanda, die mit ihrer 16-jährigen Tochter Nina (Chantal Zitzenbacher) zu kämpfen hat: Das Mädchen ist plötzlich zum Islam konvertiert, hat ihre alten Gewohnheiten aufgegeben und ihren Namen in Fatima geändert. Was ist in solchen Fällen zu tun?

Seit einiger Zeit sind in Österreich die Rechten an der Macht, und die Filmbranche verschwendet keine Zeit, sich zu Wort zu melden und jedes gefährliche Klischee zu bekämpfen. Und genau das wollte Eva Spreitzhofer in ihrem Film Womit haben wir das verdient? tun. So hat die Regisseurin ihre Aufmerksamkeit auf die Welt des Islam gerichtet, um uns eine Realität näher zu bringen, mit der wir in engem Kontakt leben, über die wir aber zu wenig wissen.

Das Ziel dieses Spielfilms ist es, verschiedene Sichtweisen, unterschiedliche Lebensstile und Ängste gegenüber dem, was wir nicht kennen, zu analysieren. Zu diesem Zweck wird hier eine kleine und angenehme Komödie inszeniert, in der Themen wie Religion, Frauenrechte (besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang das Lied Tango della Femminista von Fortunata Sonnino) und Eltern-Kind-Beziehung behandelt werden.

Womit haben wir das verdient?ist ein Film voller interessanter Ideen, der dank einer dynamischen Regie (wenn auch vielleicht ein bisschen zu sehr im Fernsehstil) und dank eines Schnitts, der mit Rhythmus und Dialogen umzugehen weiß, seine besten Seiten hat. Was das Drehbuch betrifft, gibt es einige Schwachpunkte (die Beziehung zwischen Mutter und Tochter hätte zum Beispiel besser entwickelt werden können) und Momente, die manchmal nicht überzeugend wirken (das ist zum Beispiel der Fall bei der Szene, in der die junge Protagonistin mit ihren muslimischen Freundinnen eine feministische Demonstration organisiert). Dennoch ist das Endergebnis insgesamt angenehm und manchmal urkomisch (besonders erwähnenswert ist in dieser Hinsicht die Szene, in der Wanda und ihr Ex-Mann versuchen, die Burka zu tragen).

Mit dem Risiko, unter den vielen Filmen, die jedes Jahr in Österreich produziert werden, verwechselt zu werden, ist Womit haben wir das verdient? ein Spielfilm, der sich auch durch eine gewisse Universalität seines Themas auszeichnet. Wie lange wird man sich daran erinnern? Heute ist es noch zu früh, um das zu wissen.

Titel: Womit haben wir das verdient?
Regie: Eva Spreitzhofer
Land/Jahr: Österreich / 2018
Laufzeit: 91’
Genre: Filmkomödie
Cast: Caroline Peters, Chantal Zitzenbacher, Simon Schwarz, Marcel Mohab, Anna Laimanee, Hilde Dalik, Pia Hierzegger, Duygu Arslan, Angelo Konzett, Alev Irmak
Buch: Eva Spreitzhofer
Kamera: Andreas Thalhammer, Xiaosu Han
Produktion: Mona Film Produktion GmbH

Info: Die Seite von Womit haben wir das verdient? auf iMDb