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SISSI – SCHICKSALSJAHRE EINER KAISERIN

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von Ernst Marischka

Note: 5.5

Das dritte Kapitel der erfolgreichen Filmsaga von Ernst Marischka, Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin, ist noch schwächer als Sissi – Die junge Kaiserin. In Anlehnung an die Struktur der vorangegangenen Werke wirkt der Film fast wie ein Übergangsfilm, vor allem wenn man bedenkt, dass ihm ein vierter Spielfilm hätte folgen sollen, was Romy Schneider selbst ablehnte..

Eine Kaiserin auf Weltreise

Nach dem großen Erfolg von Ernst Marischkas berühmter Trilogie, die 1955 mit dem Spielfilm Sissi begann (1956 folgte Sissi – Die junge Kaiserin), dauerte es nicht lange, bis ein drittes Kapitel der Saga veröffentlicht wurde. Im Jahr 1957 wurde nämlich der Film Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin gedreht. Auch dieser dritte Spielfilm wurde von Marischka inszeniert, der damals zu den profiliertesten Regisseuren bei der Inszenierung von Kostümfilmen in Österreich gehörte.

Mit der gleichen Besetzung konzentrierte sich diese dritte Episode auf das Leben der Kaiserin (wieder gespielt von der unvergesslichen Romy Schneider). Auch hier hat Sissi ständig mit dem harten Leben am Hof und dem schwierigen Verhältnis zu ihrer Schwiegermutter, Erzherzogin Sophie (Vilma Degischer), zu kämpfen. Diesmal aber scheint die Protagonistin zunächst besonders frei und glücklich: Sie verbringt ein paar Tage in Ungarn (wo sie kürzlich Königin geworden ist). Von ihrem Mann, Kaiser Franz Joseph (Karlheinz Böhm), gerufen, muss Sissi nach Wien zurückkehren, erkrankt aber bald an einer schweren Lungenentzündung. Der Rest ist Geschichte.

Stark fiktionalisiert – vielleicht noch mehr als die ersten Filme der Trilogie – ist Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin noch schwächer als der Film Sissi – Die junge Kaiserin. In Anlehnung an die Struktur des ersten Spielfilms der Saga wirkt der Film fast wie ein Übergangsfilm: Die inszenierte Geschichte ist aufgrund einiger unvollendeter Elemente keineswegs abgeschlossen. Zunächst einmal: Die Ehe zwischen Sissi und Franz, in der es noch viele ungelöste Fragen gibt. Doch wir alle kennen die Geschichte, und leider gab es für die unglückliche Kaiserin nie ein Happy End. Wenn man jedoch bedenkt, dass dem Film Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin ein vierter Spielfilm folgen sollte (es war Romy Schneider selbst, die sich dagegen wehrte), ist diese besondere Erzählstruktur letztlich gerechtfertigt.

In jedem Fall lebt dieses Werk von den beiden vorherigen Filmen. So wirken die raffinierten Bühnenbilder in den Königspalästen, die eleganten Kostüme und die stimmungsvollen Landschaften immer wieder faszinierend auf uns. Und die Regie von Ernst Marischka tat ihr Übriges.

Dies reicht jedoch nicht aus, um den Spielfilm zufriedenstellend zu gestalten. Nach einem eher schwachen Anfang (in dem sich sogar die Gags des guten Josef Meinrad als Oberst Böckl monoton sind), bessert sich der Film nicht. Und selbst in der Schlussszene ist alles fast peinlich. Das geschieht in der Szene, in der Sissi und Franz nach Italien reisen: Hier werden alle möglichen Klischees inszeniert, bis die Geschichte eine kitschige Wendung nimmt und alle bisherigen Streitigkeiten plötzlich erledigt werden.

Der Film Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin scheint sehr problematisch zu sein. Und vielleicht wäre es mit dem vierten Spielfilm der Saga besser geworden. Aber das werden wir natürlich nie erfahren.

Titel: Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin
Regie: Ernst Marischka
Land/Jahr: Österreich / 1957
Laufzeit: 104’
Genre: Liebesfilm, Historienfilm, Filmbiografie
Cast: Romy Schneider, Karlheinz Böhm, Magda Schneider, Gustav Knuth, Uta Franz, Walther Reyer, Vilma Degischer, Josef Meinrad, Senta Wengraf, Erich Nikowitz, Hans Ziegler, Klaus Knuth, Sonja Sorel
Buch: Ernst Marischka
Kamera: Bruno Mondi
Produktion: Erma-Film

Info: Die Seite von Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin auf iMDb