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von Ludwig Wüst
Note: 8
Ägyptische Finsternis ist eine Art Odyssee ohne Wiederkehr. Eine innere Reise, die zur Abkehr von der Vergangenheit und von jeglichem materiellen Gut führt und die inmitten einer symbolischen Wüste ihren Endpunkt findet..
Auf dem Weg ins Unendliche
Ein Multitalent, das der Diagonale besonders am Herzen liegt: Ludwig Wüst. Bei der
Der erste Spielfilm ist zugleich sein Debütfilm, in dem er einen reifen Stil (auch dank früherer Erfahrungen am Theater) und viele Themen, die auch in seinen späteren Werken vorkommen, erkennen lässt.
Zunächst einmal ist da eine große innere Einsamkeit.
Die Dialoge sind auf das Wesentliche reduziert. Die Protagonistin spricht so wenig wie möglich. Die einzige Konstante: Eine Off-Stimme, die die Originalworte von Ingeborg Bachmann spricht. Und sofort denkt man an
In
Besonders eindrucksvoll sind die Szenen, in denen sich Michaela Conrad staunend umsieht und langsam die neue Stadt entdeckt. Und in den Momenten der Entspannung der jungen Frau in einem Hotelzimmer erkennen wir eine große Aufmerksamkeit für die menschliche Figur.
Dann, plötzlich, das Unerwartete. Die Farben sind ins Negative gewendet und zeigen uns eine in Farbbänder unterteilte Wüste, die an ein Ölgemälde oder an eine Fotografie von Franco Fontana zu erinnern scheint. Und alles färbt sich langsam rot und erinnert an Marco Ferreris Meisterwerk
Ähnlich wie bei den visuellen Effekten wird also auch die Geschichte nach und nach immer abstrakter. Bis zum bedeutendsten Moment des ganzen Films, als die Protagonistin ihren Ehering in einem kleinen Stein im Sand versteckt. Ein vergangenes Leben, das für immer aufgegeben wird und dem Neuen, dem Unbekannten, dem Übersinnlichen, dem Erhabenen Platz macht.
Titel: Ägyptische Finsternis
Regie: Ludwig Wüst
Land/Jahr: Österreich / 2002
Laufzeit: 66’
Genre: Drama
Cast: Michaela Conrad, Hani Amr Abdullah, Mohammed Kosa, Ludwig Wüst
Buch: Ludwig Wüst
Kamera: Raffael Kinzig
Produktion: Film-pla.net
